Seit Beginn 2024 arbeite ich an Phantasma Nymphae - eine Bildserie die mythische Nymphen als starke, eigenständige Individuen mit Macht und Verletzlichkeit zeigt. In der bildenden Kunst wurden Nymphen oft jung und reizvoll dargestellt, jedoch selten als eigenständige Individuen. Mit Phantasma Nymphae beabsichtige ich, ihnen den Raum zu geben, den sie verdienen, und die komplexen Geschichten ihrer Sehnsüchte und Verluste zu erzählen.
"By the cool brook, the Nymphs come, With their soft laughter and their dancing."
- Endymion von John Keats (Buch 2, Strophe 39)
- Endymion von John Keats (Buch 2, Strophe 39)
Die Bildserie „Phantasma Nymphae“ ist den Nymphen gewidmet, jenen halbgöttlichen Wesen, die oft als bloßes Beiwerk der Mythen betrachtet werden. Doch sie sind mehr als nur Nebenfiguren. Die Serie zeigt Nymphen als starke Individuen mit einer eigenen Geschichte - Wesen, die Macht und Stärke ausstrahlen und gleichzeitig verzweifelt nach Anerkennung suchen. Sie sind voll epischer Kraft, in ihrer Schönheit ebenso überwältigend wie verletzlich.
Die Serie erforscht verschiedene Facetten der Nymphen, beginnend mit ihrer Macht. In ihrer Darstellung erscheinen sie oft als unterschätzte Göttinnen mit strahlender Präsenz und Gefolge. Ihre Selbstaufopferung zeigt sich besonders in ihrer Rolle als Mütter, die die Heldenreise ihrer Söhne unterstützen und begleiten - wie im homerischen Epos, wo ihre Macht und Würde mit dem Schicksal verschmelzen. Gleichzeitig offenbart die Serie die tragische Seite der Nymphen, deren Verzweiflung auch zu ihrer Verwandlung führen kann. Diese Verwandlungen sind dramatischer Ausdruck ihres tiefen Schmerzes und der unbändigen Emotionen, die sie durchleben.
In dieser Serie beschäftige ich mich mit Nymphen aus allen Elementen - den Oreaden, den Nymphen der Berge; den Nereiden und Okeaniden, den Nymphen des Meeres; den Melischen Nymphen und den Dryaden, den Hüterinnen der Bäume; und den Najaden, die über Quellen und Flüsse wachen. Sie alle sind halbgöttliche Wesen, die zwischen der sterblichen und der göttlichen Welt stehen.
"Die Nereiden sind unsterblich, und wir sind fünfzig, und wenn du uns als Gruppe beleidigst, beleidigst du fünfzig Göttinnen auf einmal."
- Der Blick der Medusa von Natalie Haynes (Eine namenlose Nereide, S.190)
- Der Blick der Medusa von Natalie Haynes (Eine namenlose Nereide, S.190)